Aus für Bahnverbindungen der Erzgebirgsbahn – Grüne: „Erzgebirge darf nicht zur Region zweiter Klasse werden!

04.10.26 –

Laut einer Pressemitteilung des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) sollen gleich mehrere Bahnlinien der Erzgebirgsbahn und der City-Bahn Chemnitz zum nächsten Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 ausgedünnt werden. Im Erzgebirgskreis handelt es sich um die Linien RB 80, RB 81, RB 95 der Erzgebirgsbahn sowie die Stadtbahnlinie C 14 des Chemnitzer Modells nach Thalheim. Hintergrund der angekündigten Kürzungen sind gestiegene Trassenpreise für den Regionalverkehr infolge eines EuGH-Urteils von März 2026. Die Grünen im Erzgebirgskreis warnen davor, dass das Erzgebirge vom Freistaat zur Region zweiter Klasse degradiert wird.
Heike Schoen, Grünen-Kreisvorsitzende im Erzgebirgskreis, kommentiert die Entscheidung des VMS wie folgt:
„Das Erzgebirge darf nicht zur Region zweiter Klasse degradiert werden. Wenn diese Kürzungen durchgezogen werden, bedeutet das einen herben Einschnitt für den öffentlichen Verkehr im Erzgebirge. Schon jetzt sind die Bahnverbindungen kaum für Abendveranstaltungen in Chemnitz, Zwickau oder in der Region nutzbar. Jetzt kommen weitere Kürzungen beim Bahnverkehr auf unsere Region zu. Wir Grüne fordern CDU und SPD in Dresden und Berlin auf, zügig eine Lösung zu finden, damit zumindest diese Kürzungen noch abgewendet werden können. Infrastrukturministerin Kraushaar ist jetzt gefragt, im nächsten Landeshaushalt eine Antwort zu geben, mit der die Mehrkosten durch den Freistaat und den Bund aufgefangen werden.“
Ruben Richter Ramirez, Kreisvorsitzender der Grünen Erzgebirge, ergänzt hierzu:
„Seit dem Trassenpreisurteil gegen die Deutsche Bahn vor einigen Monaten ist klar, dass die Verkehrsverbünde erheblich unter Druck stehen. Allein im VMS-Gebiet fehlen etwa 5,3 Millionen Euro im Landeshaushalt, um den jetzigen Bahnverkehr zu finanzieren. Mir ist schleierhaft, warum die CDU/SPD-Staatsregierung von Michael Kretschmer nicht mit dem Bund verhandelt hat, um eine Kürzungswelle dieser Größenordnung zu vermeiden. Wir erwarten, dass die Abgeordneten von CDU und SPD jetzt für mehr Mittel im Landeshaushalt für die Finanzierung des Bahnverkehrs im VMS und damit für das Erzgebirge kämpfen.“

Hintergrund:
Pressemitteilung des ZVMS zu den beschlossenen Kürzungen im VMS-Gebiet ab dem 13. Dezember 2026:https://www.vms.de/trassenpreise-steigen-zvms-passt-fahrplan-an/

Foto: Norbert Kaiser, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic

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